Über mich und das, was ich will

Was ist wirklich mein Traum, wie lebe ich den??? Es ist nicht leicht, merke ich…

Es ist der Traum, das Menschen sich selbst und anderen vertrauen, sich nicht gegenseitig immer weiter und immer wieder verletzen. Mit Verzweiflung soll niemand allein sein. Halt finden bei anderen und anderen Halt geben als Selbstverständlichkeit. Das wünsche ich mir für mich genauso wie für andere.

Verbundenheit unter Menschen ist mir wichtig und scheint doch so weit entfernt – genau wie mit der Natur. Die Erde soll nicht ausgebeutet werden, nicht die Tiere, nicht die Pflanzen, nicht die Menschen. Alles dient irgendwie einander, gehört zusammen.

Wenn jeder seine wirklichen Bedürfnisse lebt, braucht er nicht immer mehr. Nicht äußeres Wachstum ist das Ziel, sondern inneres. Die wirklichen Bedürfnisse leben für sich selbst – miteinander, mit der Natur.

Es ist nicht leicht für mich – und doch möchte ich andere unterstützen, ihren Lebenstraum zu leben und selber meinen leben.

Pferde waren mein Kindheitstraum.  Ich wurde 1960 in Ostberlin geboren – da gab es kaum Möglichkeiten dafür. Erst als ich selber Kinder hatte, war es anders.  1992 zog ich in die Uckermark und ein Leben mit Pferden begann. Die Pferde halfen mir, Lebenskrisen zu überwinden und ich hab durch sie viel gelernt.

Als Dipl. Sozialarbeiterin und Krankenschwester lernte ich Menschen in Lebenskrisen kennen, beschäftigte mich mit Beratungsarbeit, Mediation und Konfliktmanagement. Diese Erfahrungen und mein eigenes Lernen  durch die Pferde wollte ich verbinden. So machte ich eine Weiterbildung für Heilpädagogisches Begleiten mit Pferden und hier entstand ein kleiner, therapeutisch orientierter Pferdehof. Weiterbildungen zur psychologischen Beraterin, zur Wellnessmassagetherapeutin und in Klangmassage mit Klangschalen folgten. Den Kindheitstraum vom Leben mit Pferden hab ich verwirklicht und mich 2020 von den Pferden getrennt. Die Begeisterung war einfach weg – es ist Raum für Neues.

Mein Leben war lange geprägt von Krisen und Verzweiflung. Krisen fühlen sich schlimm an und sind doch die beste Chance zum Wachsen. Mir halfen Therapien und Selbsterfahrungsseminare zu verstehen, was mein Leben geprägt hat und es zu verändern. Es war gut, in schweren Zeiten passende Unterstützung zu finden. Das war nicht leicht, denn mein Vertrauen zu mir und anderen war durch traumatische Erfahrungen weg.

Durch diese eigenen Erfahrungen und gelerntes kann ich andere unterstützen.

Inzwischen weiß ich, warum ich immer wieder Außenseiterin unter Menschen bin und in bestimmten Situationen schnell meine Belastungsgrenze erreiche. Das Asperger-Syndrom (ein Bereich aus dem autistischem Spektrum) passt für mich. Endlich verstand ich, was los ist und kann meine Grenzen jetzt besser akzeptieren. Oberflächliche Gespräche, gerade in Gruppen verwirren mich. Die Themen wechseln und ich komme mit dem Verstehen nicht hinterher. Zu viele Eindrücke gleichzeitig überfordern mich, ich brauche die Konzentration auf eine Richtung, dann bin ich gut.

In Beratungsgesprächen helfen einige Aspergereigenschaften – ich habe sofort fertiges – und teilweise falsches – Bild von anderen. Das macht den ersten Kontakt schwer und hilft gleichzeitig, besser zu verstehen, was wirklich ist. Manchmal bleib ich auch an Details hängen und übersehe anderes.

Durch Nachfragen helfe ich zu verstehen und Hintergründe zu erkennen.  Eingefahrene Muster stelle ich in Frage, rege zum Nachdenken über andere Möglichkeiten an und bringe einen neuen Blickwinkel ein.

Verstehen, was ist, das akzeptieren und nicht bewerten ist ein Ausgangspunkt für Veränderungen. Meine Gäste können hier Dasein, wie sie sind, mit ihren Möglichkeiten  und Grenzen. Beides sehen und akzeptieren, neue Wege probieren – das ist kein leichter, aber ein guter Weg. Mit meinem Wissen und den Erfahrungen und kann ich andere bei ihrem Weg dazu begleiten.

Dasein Erlauben ist meine Lebensaufgabe. Es mir erlauben, unter Menschen auch als Außenseiterin Dazu sein, auch meine lang verdrängten Bedürfnisse Dasein lassen – das ist Herausforderung für mich. Für andere gelingt es oft leichter – sie Dasein lassen,  wie sie wirklich sind. Gemeinsam können wir herausfinden, was das Dasein schwer macht, wie es besser gehen kann, mehr dem eigenen Wesen entspricht…

Meine Bestimmung hilft, das Unterdrücktes, Verbotenes Dasein darf, ins Bewusstsein dringt. Wie oft verbieten Menschen sich und anderen ihre Träume…. Es ist Zeit die Träume zu leben! Wenn ich mir die Welt ansehe, ist nicht mehr viel Zeit für einen grundsätzlichen Wandel zu anderen Werten.

In den letzten Jahren habe ich gemerkt, das es mehr gibt, als es so oberflächlich scheint. Hab eine Art von Glauben wiedergefunden, der in keine der Religionen passt. Die engen so oft ein und sind intolerant gegen andere. Nichts verbindet so sehr, wie ein gemeinsames Feindbild – es wird Zeit, das Verbindende dahinter zu suchen und die Feindbilder zu verabschieden.

Ich bin es gewöhnt, hier viel allein zu machen und merke immer mehr, wie sehr ich mir mehr Gemeinschaft, wünsche. Gleichzeitig stoße ich dabei an meine Grenzen. Eine WG wäre denkbar. Nicht nur zusammen wohnen, sondern zum sich gemeinsam entwickeln.  Gemeinsam Träume leben, wachsen an den Alltagsschwierigkeiten, sich gegenseitig dabei unterstützen.

Seit 2020 bin ich im Verein „Mannaz-Dasein erleben“ und bin gespannt, wie sich die Mitarbeit dort und die Zusammenarbeit entwickelt. 2019 begann ich die Trainer und Coachingausbildung bei Heiko Kroy, die 2021 abgeschlossen sein wird.